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Stadthagen, den 4. Oktober 2013

Ziele und Perspektiven für Handel und Gewerbe in Stadthagen

 

Heiko Tadge hat auf Anfrage der Schaumburger Nachrichten zur Situation und den Aussichten für Handel und Gewerbe in Stadthagen Stellung genommen. Neben der Bestandspflege und -entwicklung spielt der Verkehr nach Ansicht des Stadthäger CDU-Vorsitzenden eine zentrale Rolle. Im Jahr 2007 wurde im so genannten CIMA-Gutachten festgestellt, dass die Stadt Stadthagen über eine Einzelhandelszentralität von über 160 Prozent verfügt. Das heißt, dass wir einen deutlichen Kaufkraftzufluss (plus 60 Prozent) aus dem Umland zu verzeichnen haben. Ziel für Handel und Politik muss es sein, diese Kennzahl wieder zu erreichen. Als Mittelzentrum kann Stadthagen seine Attraktivität im Handel jedoch nur halten, wenn auch das Gewerbe mit entsprechenden Arbeitsplätzen und Umsätzen seinen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Stadthagen leistet. Daher müssen Bestand und Entwicklung von Industrie und Gewerbe als Kernaufgabe wahrgenommen und gelebt werden!
Schwerpunkt der Wirtschaftsförderung muss zunächst die Bestandspflege sein. Wenn die bestehenden Unternehmen sich in Stadthagen gut betreut und vernetzt fühlen, dann spricht sich ein solch positives Umfeld auch herum und kann letztendlich den entscheidenden Ausschlag bei der Standortfrage einer Neuansiedlung geben. So schlimm die in den vergangenen Jahren weggefallenen Industriearbeitsplätze für die Betroffenen persönlich aber auch für Stadthagen insgesamt sind, hieraus ergibt sich aber auch eine Chance für Neuansiedlungen: Stadthagen verfügt über gut ausgebildete und leistungsfähige Arbeitskräfte. Stadthagen hat zwar aufgrund eines fehlenden direkten Autobahnanschlusses einen gewissen Standortnachteil, jedoch gibt es auch ein Pfund, mit dem Stadthagen wuchern kann: die Lage an der wichtigsten Ost-West-Verbindung der Bahn. Möglichkeiten für die Fortentwicklung von Handel, Gewerbe und Industrie besteht zum einen durch die Nutzung einer optimalen Güterbahnverkehranbindung. Zum anderen wird die Einbindung des Stadthäger Bahnhofes in den Tarif des Großraumverkehrs Hannover (GVH) weitere Chancen im Rahmen von Handel und eventuell auch Tourismus durch Kaufkraftzufluss bieten.
Weiterhin wird der 2+1-Ausbau der B 65 Stadthagens Erreichbarkeit auf der Straße ebenfalls verbessern. Auch im Dienstleistungssektor ist noch Entwicklungspotenzial zu sehen. So könnte beispielsweise - auch vor dem Hintergrund der anstehenden Schließung des Stadthäger Kreiskrankenhauses - die Einrichtung eines Ärzte- und Gesundheitszentrums positive Auswirkungen für die Kreisstadt haben.

 

Notwendige Mittel/Schritte zur Zielerreichung

Seitens der Verwaltung ist zunächst die Bestandspflege mit oberster Priorität zu versehen. Ein offener und helfender Umgang mit Ansiedlungsinteressenten muss für die Wirtschaftsförderung eine Selbstverständlichkeit sein. Die Unterstützung der Immobilieneigentümer im Rahmen eines Leerstandsmanagements in der Innenstadt muss ebenfalls von der Verwaltung geleistet werden. Die Nachnutzung ehemaliger Gewerbeflächen und des Krankenhausareals müssen von Politik und Verwaltung gemeinsam angegangen werden. Hierbei ist aufgrund der Eigentumsverhältnisse zum Beispiel beim Kreiskrankenhaus ein enger Schulterschluss mit dem Landkreis Schaumburg erforderlich. Der schnellstmögliche 2+1-Ausbau der B 65 ist dringend notwendig. Weiterhin muss auch der Anschluss an den GVH-Tarif zügig umgesetzt werden. Als ständige Begleitaufgabe müssen die Rahmenbedingungen in Stadthagen regelmäßig hinterfragt und optimiert werden. So sollte beispielsweise die innerstädtische Verkehrsführung auf den Prüfstand gestellt werden. Neben der Erreichbarkeit von Handel und Gewerbe sollte auch der Verkehrsfluss durch Reduzierung überflüssiger Ampelkreuzungen verbessert werden. Außerdem kann - aufbauend auf dem Leitbild - die Entwicklung einer "Marke Stadthagen" das Image und somit die Chancen im Feld konkurrierender Städte verbessern.